Leinenruck

Leider arbeiten noch immer einige Hundeschulen mit dem so genannten Leinenruck.

Für ein unerwünschtes Verhalten soll der Hund durch schnelles Rucken an der Leine bestraft werden. Oft wird das angewandt  wenn der Hund bei Fuß gehen soll. Meistens wird dazu noch ein ganz schmales Halsband oder sogar eine Kette verwendet.

Wir arbeiten nicht mit dem Leinenruck, weil dadurch die Wirbelsäule und die Halswirbel geschädigt werden.

Kehlkopfquetschungen durch schmale Halsbänder, Kettenhalsbänder oder Würgehalsbänder sind keine Seltenheit, auch kann sogar der Augendruck durch das Würgen ansteigen. Augenkrankheiten sind dann die Folge.

Ein Hund, der mit dem Leinenruck erzogen wird, wird immer mit angespannten Nackenmuskeln neben Ihnen herlaufen, weil er immer den Ruck erwartet und dem schon im Voraus entgegenwirken will.

Wie sich solche Nackenverspannungen oder Rückenverspannungen auswirken,  weiß wahrscheinlich jeder Mensch, der schon einmal einen steifen Nacken oder ein Rückenproblem hatte.

Falls Sie aggressives Verhalten bei Ihrem Hund feststellen, denken Sie an Rückenprobleme und lassen Sie ihn darauf beim Tierarzt untersuchen.

Nicht selten sehen wir, wie kleine Minihunde an einer ausziehbaren Leine spazieren geführt werden und ständigem Leinenzug ausgesetzt sind, dass schon die Augen hervorquellen und die Kleinen dazu noch ohne Vorwarnung und Ansprache, wie ein Fisch an der Angel herangezogen werden. Dass dies nicht gesund sein kann, versteht sich von selbst.

Eine gute Alternative für alle Hunderassen ist ein Brustgeschirr. Ein gut sitzendes Brustgeschirr schont die Wirbelsäule. Kinder sollten generell kleine Hunde nur am Brustgeschirr spazieren führen, da Kinder zu ungestüm sind und noch nicht das Gefühl besitzen, um einem kleinen Minihund gerecht zu werden.

Sprechen Sie bitte Hundebesitzer an, die noch ein Stachelhalsband oder eine Koralle verwenden, dies ist absolute Tierquälerei!!  Ein Stachelhalsband hat noch keinen Hund vom Ziehen abgehalten, im Gegenteil, er will dem Schmerz ausweichen und zieht noch mehr nach vorne.

Sie sehen also eine gute Erziehung zur Leinenführigkeit  des Hundes erspart ihm Krankheiten und wir alle wollen doch das Beste für unseren Hund, d.h. ein langes gesundes Leben.

 

Lesen  Sie hierzu bitte auch einen Artikel von Frau Birgit Rusche-Hecker
(Training, Beratung & Coaching für Mensch und Tier)

www.Seelenhunde.de

 

Lieber Geschirr statt Halsband

Machen sie Ihrem Hund ein Geschenk!

Immer wieder sehe ich beim Spaziergang Hunde an der Leine, die sich mit ihrem Halsband strangulieren, weil sie gerade einen anderen Hund sehen und entweder zu ihm laufen, oder lieber flüchten möchten, oder zur Ordnung gerufen werden.

Menschen zerren an den Leinen, um ihre Hunde zum Gehorsam aufzurufen - aber immer ohne Erfolg.

Zuletzt habe ich sogar einen  Hundetrainer  erlebt, wie er einem Schäferhund das bei Fuß gehen beibringen wollte, indem er ihn immer wieder an der Leine zurückgerissen hat und dabei ,Fuß‘ brüllte. Dies ist eine Methode, die vielleicht vor 30 Jahren üblich war, aber ganz sicher - damals wie heute - ohne Erfolg bleibt und  natürlich nicht  angewendet werden darf!

Wir haben im Hundetraining dazu gelernt und wissen inzwischen, dass es heute wunderbare Techniken gibt, mit denen wir unseren Hunden gewaltfrei zeigen können, was wir uns von ihnen wünschen, denn jedes Zerren und Ziehen am Halsband bedeutet eine große Qual für den Hund. Die Nebenwirkungen sind immens und in der Tierkommunikation mit Hunden habe ich immer wieder starke Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule und der Muskulatur des Halses feststellen müssen - von den psychischen Folgen ganz zu schweigen.

Wenn Sie wissen möchten, wie ein betroffener Hund fühlt, lade ich Sie ein, sich für einen Moment vorzustellen, sie bekämen ein Band um ihren Hals gelegt, das Sie selbst nicht wieder entfernen können - egal wie unangenehm dieses Band auch für Sie ist.

Sie können nichts daran ändern, dass es an Ihrem Hals ist! Nun wird ein längeres Band (Leine) an Ihrem Halsband befestigt und Sie werden mitgezogen - ob Sie wollen oder nicht. Ihr Bewegungsspielraum ist jetzt massiv eingeschränkt. Natürlich gehen Sie mit, denn der Zug am Hals ist nur schwer auszuhalten und außerdem bekommen Sie schlecht Luft. In welche Richtung Sie gehen möchten, entscheiden nicht Sie und Sie müssen sich dem anderen, der die Leine trägt, vollkommen anvertrauen - egal wie sicher oder unsicher, fair oder unfair, geschult oder ungeschult dieser jemand ist. Dann begegnet Ihnen ein Mensch (oder Hund), der Ihnen Angst einflößt, weil er Sie mit Blicken bedroht und viel stärker wirkt als Sie. Sie möchten instinktiv einen Bogen um ihn machen, um sich in Sicherheit zu bringen. Das aber ist nicht möglich, weil das Band, an dem Sie festgebunden sind, zu kurz ist. Ihr Leinenträger merkt, oder versteht nicht, wie es Ihnen gerade geht. Was tun Sie?

Wenn Flucht nicht möglich ist, bleibt Ihnen nur noch eine Wahl, die Gefahr abzuwenden - sie preschen nach vorn, um dem anderen Menschen (Hund) Angst einzujagen, in der Hoffnung, dass er das Weite sucht. Während Ihres Abwehrversuchs fühlen Sie die Enge am Hals und werden noch panischer! Angst, Mensch und Enge am Hals werden in diesem Moment zu einem gemeinsamen Auslöser - Ihr Gehirn wird sofort neu programmiert!

Resultat: Beim nächsten Mal, wenn Ihnen ein solcher Mensch entgegen kommt, rasten Sie sofort aus, denn Sie wissen jetzt, dass Sie nicht ausweichen können und dass dieser Mensch in Ihnen Angst und zusätzlich Enge am Hals auslöst. Hinzu kommt, dass Wut immer leichter auszuhalten ist, als Angst - bei Menschen und bei Tieren. Nun gibt es aber Leinenhalter, die versuchen, Ihnen dieses ,aggressive‘ Verhalten durch ein Stachelhalsband oder ein Halti abzugewöhnen.

Ergebnis: Die Schmerzen werden noch größer – Ihre Reaktion noch heftiger.

Fazit:

Alle Lebewesen lernen am liebsten durch positive Bestätigung und dann macht Lernen sogar richtig Spaß!

Durch Strafe lernen wir lediglich, ein Verhalten zu vermeiden. Dies schadet immer der Beziehung zwischen

Tier und Mensch und kann niemals Vertrauen entstehen lassen.

Ich lege meinen Hunden lediglich Halsbänder an, wenn sie frei laufen, weil daran eine Marke mit ihrem Namen und meiner Telefonnummer angebracht ist - für den Fall der Fälle. Lege ich eine Schleppleine an oder wir fahren gemeinsam Fahrrad, dann tragen die Hunde immer ein Geschirr (bitte unbedingt anpassen lassen!). Sobald ich also davon ausgehe, dass Zug am Halsband anstehen könnte, lasse ich das Halsband weg. Dies sind u.a. Situationen, in denen Hunde Angst haben könnten, wie bei Gewitter oder wenn wir wissen, dass ein Hund heftig auf andere Hunde reagiert. Halsband, Stachelwürger, Halti oder andere Hilfsmittel werden die genannten Probleme niemals lösen, sondern sie nur verschlimmern, weil es dem Hund im Halsbereich weh tut.

Bitte wenden Sie sich in solchen Fällen an einen Hundetrainer, der Sie anleitet, gewaltfrei mit Ihrem Hund zu trainieren.

 (Veröffentlichung auf meiner Homepage mit freundlicher Genehmigung von Frau Birgit Rusche-Hecker. Sie ist Autorin des Buches "Wie Tiere unsere Seele berühren/Das Verhalten von Tieren verstehen" aus dem Verlag Silberschnur. Das Buch kann man bei AMAZON bestellen)  
 

 

 


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